Nahwärme als Chance für Kommunen

Zunehmend wird das Feld der kommunalen Nahwärmeversorgung für die Energiewende erschlossen, da die Wärmeversorgung mittels eines Nahwärmenetzes ökologisch und ökonomisch sinnvoll sein kann.  Das Potential ist groß, denn bislang sind gerade mal 13,7% aller Gebäude in Deutschland an eine Fernwärmeleitung angeschlossen. Viele Kommunen sind daran interessiert und der Wärmemarkt ist nicht so stark reguliert wie der Stromsektor. Vieles spricht dafür, dass Nahwärmenetze künftig eine größere Rolle spielen werden. Die praktische Umsetzung ist aber mit enormen Engagement und Aufwand verbunden, da die Bürger vor Ort, die Kommune und lokale Experten eingebunden werden müssen, und erfahrene Partner zur erfolgreichen Umsetzung benötigt werden. Die Teilnehmer der Twinning-Maßnahme „Nahwärme als Chance für Kommunen“ werden daher über Projektentwicklungs- und Finanzierungsstrategien für intelligente Nahwärmeversorgungssysteme sowie über eine breite Palette an Fördermöglichkeiten   informiert.



Teilnehmende Regionen

LICHERODE / ORTSTEIL / HESSEN / 14,04 KM2 / 140 EW
Die Planung in Licherode sieht den Bau eines Nahwärmenetzes und die Gründung einer Energiegenossenschaft vor. Es fand eine interne Informationsveranstaltung statt, in der das Praxisbeispiel Erfurtshausen durch den Vorsitzenden der dortigen Genossenschaft vorgestellt wurde und der Prozess einer Energiegenossenschaftsgründung durch den Geschäftsführer der LaNeG (Landesnetzwerk Bürgerenergiegenossenschaften Hessen e.V.) wurde erläutert. Durch die Zusammenarbeit mit dem Projekt Energieautarke Siedlung des IdE können bereits erste technische Lösungsansätze konzipiert und durchgerechnet werden. Licheröde könnte ein Leuchtturmprojekt für kleine Ortsteile ländlicher Gemeinden werden. Um die Bürgerinnen und Bürger aus Licherode in die Projektplanung einzubinden, soll im Herbst 2017 eine öffentliche Bürgerinformationsveranstaltung stattfinden.



SPRINGE / GEMEINDE / NIEDERSACHSEN / 159 KM2 / 28.682 EW
Die Stadt Springe plant, gemeinsam mit den Stadtwerken Springe, ein mehrere Kilometer langes Wärmenetz zu bauen. Da die Stadt Springe gemeinsam mit den Stadtwerken einen Förderantrag beim PTJ im Bereich „Kommunale Klimaschutz Modellprojekte“ gestellt hat und auf eine Rückmeldung wartet, soll mit der konkreten Planung bis zur finalen Zusage gewartet werden. Sobald der Zuschlag für die Förderung da ist, kann durch das RegioTwin-Team die Öffentlichkeitsarbeit und die Organisation von Informationsveranstaltungen unterstützt werden. So wäre eine sehr gute Zusammenarbeit von Stadtverwaltung, Stadtwerken und RegioTwin gegeben und die konkrete Umsetzung der Maßnahme des Nahwärmenetzbaus in Springe möglich.