Kommunen setzen auf die Sonne

Als unbegrenzter Energielieferant bietet die Sonne eine umweltfreundliche und kostenlose Energieversorgung. Die Anzahl der installierten Solarstromanlagen steigt zwar kontinuierlich, werden jedoch meist auf privaten Grundstücken betrieben. Kommunen sehen sich daher einer nur sehr begrenzten Einflussnahme gegenüber. Dabei stehen ihnen zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung, um Sonnenenergienutzung voranzutreiben. Teilnehmern der Twinning-Maßnahme „Kommunen setzen auf die Sonne“ werden neue Modelle, Kampagnen und Kooperationsprojekte zur umfassenden Solarenergienutzung vorgestellt und bei der Umsetzung des Ausbaus der Solarenergie unterstützt.


Teilnehmende Regionen

PÖLZIG / GEMEINDE / THÜRINGEN / 7,7 KM2 / 1200 EW
Der Bürgermeister plant die kommunalen Dachflächen mit PV Anlagen zu bestücken. Um den Strom in der Kommune zu nutzen und die Bürgerinnen und Bürger einzubinden, wird die Gründung einer Genossenschaft erwägt. Um zunächst die Dachflächen auf ihr Potential für PV zu prüfen, wurde der Kontakt zur Firma Kirchner Solar Group hergestellt. Alle kommunalen Dachflächen wurden ausgemessen, auf die Möglichkeit eine PV Dachanlage zu installieren überprüft und schließlich wurde berechnet, wie viel Strom die Anlage jeweils produzieren könnte. Außerdem hat eine Exkursion mit Interessierten Bürgerinnen und Bürgern zu dem Bioenergiedorf Schlöben in Thüringen stattgefunden, wo der Bürgermeister den Prozess der dortigen Genossenschaftsgründung und die positiven Auswirkungen der Nutzung der Erneuerbaren Energien auf die Dorfentwicklung schilderte.


MÖRFELDEN-WALLDORF / DOPPELSTADT / HESSEN / 44 KM2 / 33.623 EW
Der Energiemanager und der Klimaschutzmanager verfolgen das Ziel, die Solaranlagenkapazität bis 2020 in Mörfelden-Walldorf zu verdoppeln. Um dies zu erreichen, soll unter anderem die Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Solarenergie deutlich verstärkt und das neu aufgelegte Solar+ Förderprogramm bekannt gemacht werden. Dazu soll ein kurzer Imagefilm gedreht werden, der das Solar+Förderprogramm bewirbt und im Programmkino der Stadt gezeigt werden soll. Weiterhin sind Aktionen wie eine Solar-Info-Radtour mit dem SolarStadtplan in Planung.


FRIELENDORF / GEMEINDE / HESSEN / 84 KM2 / 8.500 EW
Die Flächengemeinde Frielendorf hat das Problem, dass seit der EEG Novelle die Netznutzungsmöglichkeiten deutlich erschwert wurden. Der Solarstrom, den die Gemeinde produziert; wird häufig nicht dort gebraucht, wo er produziert wird. Um die Gemeinde in rechtlichen Fragen zu unterstützen, wurde der Kontakt zu einem Anwalt, der sich auf die Bereiche Energierecht und Recht der erneuerbaren Energien spezialisiert hat, hergestellt. Er soll der Gemeinde aufzeigen, welche Möglichkeiten bestehen, das Netz so zu nutzen, dass der produzierte Strom dort genutzt werden kann, wo er tatsächlich gebraucht wird. Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung des Ansprechpartners konnten bisher keine weiteren konkreten Maßnahmen geplant werden. Ein weiteres Strategiegespräch ist für Februar 2017 geplant.