Enkenbach-Alsenborn

Kommune / Rheinland-Pfalz / 30 km² / 7.200 EW

Website: www.enkenbach-alsenborn.de/oekologie

Kontakt:Lisa.rothe@enkenbach-alsenborn.de

Twinningpartner: Baesweiler

 

Was wir bereits im Klimaschutz erreicht haben...

Die Ortsgemeinde Enkenbach-Alsenborn ist seit Jahren im Klimaschutz aktiv und nimmt seit 2012 am Masterplan 100% Klimaschutz teil. Der Fokus liegt hierbei auf den Leuchttürmen Energieeffizienz im Gebäudebestand, BHKW-Contracting, Virtuelles Kraftwerk, Optimierung Wärmenetz und Nachhaltige Mobilität. Die Ortsgemeinde betreibt eigene Erneuerbare-Energien-Anlagen: Das Biomasseheizkraftwerk mit einer Auskopplung von 2,6 MWel und 0-3 MWth erzeugt jährlich ca. 17 Mio. kWh Strom und ca. 9,5 Mio. kWh Wärme, die in ein eigenes Wärmenetz mit einer Länge von ca. 5 km eingespeist wird. Die Kommune besitzt zudem eine PV-Freiflächenanlage mit einer Leistung von 5,6 MW sowie ein Holzhackschnitzelheizwerk zur Versorgung eines kleineren Wärmenetzes mit einer Leistung von 800 kWth. Neben den regenerativen Anlagen betreibt die Gemeinde auch
zwei mobile Blockheizkraftwerke (50 kWel; 80 kWth) zur Versorgung der Wärmeinseln 1) Bürgerhaus / 2) Grundschule im Winter und des Freibads im Sommer.
Auch im Bereich der Elektromobilität nimmt Enkenbach-Alsenborn eine Vorreiter-Rolle ein. Mit der Umrüstung des kommunalen Fuhrparks (5 Elektrofahrzeuge, davon eines im Mitarbeiter-Carsharing, 1 Hybridfahrzeug) zeigt die Gemeinde, dass Elektromobilität bereits heute praxistauglich ist. Neben den Umsetzungsprojekten werden zudem Machbarkeitsstudien erstellt, um weitere Projekte zu identifizieren. (MBS Elektrochemische Speicherung, Optimierung Nahwärmenetz, BHKW-Contracting, E-Mobility und Carsharing). Natürlich spielt auch die Öffentlichkeitsarbeit vor Ort eine zentrale Rolle: Es wurden Kampagnen und Wettbewerbe (Klimaschutzhelden, Enkenbach-Alsenborns größter Stromfresser) konzeptioniert und umgesetzt sowie Veranstaltungen und Exkursionen, aber auch Klimaschutz-Aktionstage an Schulen durchgeführt.
Im Rahmen der Anschlussförderung im Masterplan 100% Klimaschutz (2016-2018) setzt Enkenbach-Alsenborn neben der Projektumsetzung den Fokus auf die Stärkung der zivilgesellschaftlichen Prozesse und Vernetzung.

 

Unsere größten Herausforderungen sind...

Dass die Rahmenbedingungen für durchaus sinnvolle Klimaschutzprojekte oftmals unwirtschaftlich sind und eine begleitende Förderkulisse fehlt. Zudem wäre es sinnvoll, unrentable Kosten zu bezuschussen bzw. die Wirtschaftlichkeitslücke auszugleichen. Dabei steht nicht die Gewinnerzielungsabsicht im Vordergrund, sondern der Klimaschutz. Um die ambitionierten Ziele der Bundesregierung zu erreichen, ist die Unterstützung von kleinen Kommunen unerlässlich. Gerade Projekte in kleineren Kommunen weisen eine hohe Übertragbarkeit auf und haben Vorbildwirkung. Zur Umsetzung ist die Einstellung von „Kümmerern“ vor Ort notwendig, aufgrund der finanziellen Situation und der Struktur kleinerer Gemeinden jedoch oft auf eine Förderlaufzeit befristet. Fällt die Förderung weg, leiden oft auch die Klimaschutz-Aktivitäten, da das Verwaltungspersonal zeitlich nicht in der Lage ist, diese vielfältigen Aufgaben zu übernehmen. Für den Klimaschutz sollten also viele neue Anreize geschaffen werden, da es gerade in kleinen Kommunen ein erhebliches Potenzial zur Gestaltung der Energiewende gibt.

 

Unsere nächsten Ziele sind...

Die Etablierung eines Carsharings in Enkenbach-Alsenborn sowie die verstärkte Einbeziehung der unterschiedlichen Akteure im Rahmen des Masterplans 100% Klimaschutz. Zudem sollen neue Formate der Beteiligung identifiziert und die Sanierung von kommunalen Liegenschaften vorangetrieben werden. Auch die Erweiterung des Wärmenetzes und die Versorgung von Gewerbegebieten durch grüne Stromleitungen wird in den kommenden Jahren eine Rolle spielen.

Im Twinning-Jahr steht für uns im Vordergrund...

Der fachliche Austausch mit unserer Partnerkommune zu den Themen Nahwärme, Elektromobilität, Öffentlichkeitsarbeit und die Schaffung von Synergien!