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Landkreis Marburg-Biedenkopf

Foto: Thorsten Richter

Landkreis / Hessen / 1.263 km² / 241.656 EW

Website: http://klimaschutz.marburg-biedenkopf.de

Kontakt: klimaschutz@marburg-biedenkopf.de

Twinningpartner: Leipziger Muldenland

Was wir bereits im Klimaschutz erreicht haben...

Unser Landkreis hat sich ehrgeizige klima- und energiepolitische Ziele gesetzt. Als nationale Vorreiterregion möchten wir eine umfassende Treibhausgasreduzierung erreichen. Unsere Ziele sind im Einzelnen:

  • Die Treibhausgasausstöße werden bis zum Jahr 2050 um 95 % gegenüber dem Jahr 1990 gesenkt.
  • Die Energieversorgung wird zu 100 % aus Erneuerbaren Energien aus eigenen regionalen Potenzialen gedeckt, wobei für Strom und Wärme die Umstellung bis 2040 erfolgt und für die Mobilität bis 2050.
  • Der Endenergiebedarf, der innerhalb des Kreises benötigt wird, wird bis zum Jahr 2050 um 50 % gegenüber dem Jahr 1990 gesenkt.
  • Für die einzelnen Bereiche gibt es beim Endenergiebedarf bis zum Jahr 2050 Einsparungen von 30 % Strom (traditionelle Anwendungen), 50 % Wärme und 70 % Mobilität.

Um dieses Ziel zu erreichen initiiert und begleitet der Landkreis eine Vielzahl von Projekten in den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Energieeinsparung. Bereits seit 2008 ist der Landkreis als „100ee-Region“ als Vorreiterregion anerkannt, insbesondere im Bereich der Bioenergie haben wir viel erreicht. Die sogenannten „Bioenergiedörfer“ verbinden in unserer Region biogene KWK-Anlagen mit Nahwärmenetzen, die ganze Ortsteile mit Wärme und Strom aus regionalen, erneuerbaren Energien versorgen.  Das Dach aller klimaschutzrelevanten Aktivitäten bildete zunächst die Kampagne RegioEnergie. Die Kampagne richtet sich an alle, die im privaten, politischen oder wirtschaftlichen Umfeld Verantwortung tragen oder Entscheidungen treffen. Für die Kampagne RegioEnergie erhielt der Landkreis vom 100ee-Regionen-Projekt die Auszeichnung als Good-Practice-Region im Bereich „Kommunikation“. Im Jahr 2011 verabschiedete der Landkreis sein Klimaschutzkonzept und stellte im Jahr darauf eine Klimaschutzmanagerin für dessen Umsetzung ein. In dem integrierten Klimaschutzkonzept des Landkreises Marburg-Biedenkopf werden neben den Potenzialen für den Ausbau Erneuerbarer Energien auch Szenarien und Strategieempfehlungen aufgezeigt. 2013 folgte der Masterplan 100 % Klimaschutz, durch den weitere Themen wie Mobilität, Landwirtschaft und nachhaltige Lebensstile konzeptionell aufgearbeitet und entsprechende Maßnahmen umgesetzt wurden.
 

Unsere größten Herausforderungen sind...

Durch die derzeitigen neuen Anforderungen des EEG und auch die kommenden Entwicklungen ist das Wachstum an Erneuerbaren Energien in unserer Region stark zurückgegangen. Daher müssen wir neue Konzepte entwickeln und in die Umsetzung bringen um auch unter diesen Bedingungen unser Ziel einer 100% EE-Region zu erreichen.
Auch im Bereich der Bioenergie haben wir bereits große Teile des verfügbaren Potenzials, insbesondere im Bereich Biogas in unserer Region ausgeschöpft. Daher werden in Zukunft andere Nahwärmekonzepte z.B. in Zusammenarbeit mit Industrie stärker in den Fokus rücken.
Eine weitere große Herausforderung für unsere Region ist die Entwicklung des ländlichen Raums, der durch einen Bevölkerungsrückgang und eine zunehmende Überalterung geprägt ist. Hier gilt es nachhaltige Konzepte auf den Weg zu bringen, z.B. auch im Bereich Wohnen und Mobilität, die sich mit den Zielsetzungen des Klimaschutzes ergänzen.
 

Unsere nächsten Ziele sind...

Unser Landkreis möchte stärker auch über unsere Region hinaus aktiv werden, daher suchen wir den Schulterschluss mit den umliegenden Landkreisen um weitere überregionale Projekte voranzutreiben. Dazu gehört auch die Erschließung weiterer Potenziale im Bereich der Bioenergie, z.B. durch die nachhaltige Nutzung von Hecken als Energierohstoff in Mittelhessen.
Im Bereich des nachhaltigen Wohnens arbeitet der Landkreis weiter an dem Ausbau der Energieberatung für Privathaushalte. Dazu sind weiterhin Kampagnen zu den Themen Stromsparen, Heizungserneuerung und Gebäudedämmung geplant.
Im Bereich der Mobilität werden wir in den kommenden Jahren an Lösungen und Konzepten arbeiten, wie insbesondere der ländliche Raum besser und gleichzeitig nachhaltiger angebunden werden kann. Entsprechende Modellprojekte wie Bürgerbusse oder Mobilitätsgenossenschaften sind bereits im Landkreis vorhanden.
 

Im Twinning-Jahr steht für uns im Vordergrund...

Mit unserem Twinning-Partner, dem Leipziger Muldenland, möchten wir im ersten Jahr vor allem den Kapazitätsaufbau vorantreiben. Nur mit der Unterstützung fachlich kompetenter Menschen kann der Klimaschutz in einer Region vorangebracht werden. Daher steht neben dem fachlichen Austausch über mögliche Projekte die Beantragung eines Klimaschutzmanagers in der Partnerregion an erster Stelle.